Glaube

Da dieser Begriff gerne in Zusammenhang mit „Religion“ genutzt wird – insbesondere auch bei den Medien – möchte ich ihn in die Betrachtung zu „Religion und Tradition“ als einzelne Seite erläutern.
Der „Glaube“ ist ein Teil einer Tradition. Traditionen ohne Glaube sind Folklore.
Die „christlichen Traditionen“, eigentlich „die katholische Tradition und ihre Sekten“ sind zu Folklore geworden. Die gerne geforderte „Modernisierung des Islam“ soll genau das bewirken – die Mohammedanische Tradition ihres „Glaubens“ zu entledigen. In Europa hat es Jahrhunderte des Kampfes benötigt – es ist abwegig anzunehmen, man könne aus dem Islam durch Verbindung mit der Westlichen Welt auch eine Folkloren machen und dann in einem Multi-Folkloren-Staat („Multi-Kulti“) leben, wo nur noch der Glaube an „den Staat“ und „die Demokratie“ gilt.

Es gibt also auch „nicht-Gott-bezogenen“ Glauben und auch sämtliche „Staatsideologien“ sind Tradition. Ein Staat existiert genau solange, wie seine Tradition der Staatsideologie „geglaubt“ wird.

Traditionen, denen der Glaube abhanden gekommen ist, können wieder belebt werden. Traditionen können sogar „ganz ausgestorben“ sein – solange ausreichend schriftliches Material überliefert wird, können sie dadurch wieder belebt werden – obgleich anzunehmen ist, daß sie sich wesentlich von der ursprünglichen Tradition, die die Texte entwickelte, unterscheiden.

In der Renaissance wurde der Versuch unternommen, eine alte Tradition durch angebliche antike Schriften „neu erstehen“ zu lassen. Bis heute wird dieser Unsinn an den Schulen als Tatsache gelehrt.

Wahre Religion ist, wie dargestellt, keine Tradition und folglich völlig unabhängig vom „Glauben“.
Die Ausübung von wahrer Religion (= Essen des Leibes Christi) kann selbstverständlich vorhandene, gelebte Traditionen verändern und mit diesen verbundenen Glauben anpassen oder gar erzeugen.

Wahre Religion ist der Ursprung von Empathie und damit abstraktem Denken – folglich auch „Glauben“.

Andererseits ist es völlig egal, was jemand „glaubt“, durch das Essen von Gottes Fleisch findet Religion statt – also z.B. selbst bei Menschen, die an die atheistische Tradition glauben. Sie beschreiben dann die erlebte „Religion“ mit Begriffen aus ihrem „geglaubten Traditionssystem“.