Der Mikrogebrauch in der Bibel

Der bekannteste Text des Neuen Testamentes ist das Gebet, welches Jesus selber übergibt, das „Vater unser“.
John M. Allegro findet darin Wortspiele zu Namen des Heiligen Pilzes, aber man kann auch den oberflächlichen Sinn dieses Satzes analysieren:

Unser täglich Brot gib uns heute.

Schon ohne das Lateinische anzuschauen, stellen wir fest, dass das allgemeine Verständnis, es würde sich um das tägliche Essen handeln, nicht sinnvoll ist.
Wurde der Mensch nicht aus dem Paradies vertrieben, um „im Schweisse seines Angesichts seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten“? Sind Christen faul und sollen sich vom „Lieben Gott“ füttern lassen?
Jesus selber brach „das Brot“ und sprach „das ist mein Leib“. Damit steht die Gleichung da: Brot = Fleisch Gottes = Hl. Pilz.
Im Lateinischen steht dann auch: Panem nostrum supersubstantialem
Also das „übersubstantielle“ Brot, das geistige, heilige Brot.
Die „Tagtäglichkeit“ kann durchaus aus dem Text erkannt werden, der Satz lautet modern ausgedrückt:
Gib uns jeden Tag unsere Dosis heiligen Pilzes.
Das Fleisch Gottes ist nicht das „Essen, welches der Mensch im Schweisse seines Angesichts erarbeiten kann“, es wird von Gott gegeben und bitte soviel, dass jeder jeden Tag seine (Mikrodosis) erhält.
Es ist von allerlei „Spurenelementen“ bekannt, dass ihre Abwesenheit im Körper, obgleich normal nur in kleinsten Mengen vorhanden, Unwohlsein und Krankheiten nach sich ziehen kann.
Möglicher Weise war schon zur Zeit der Bibelschreiber klar, dass Heilige Pilze nicht nur in großen Mengen zur „religiösen Verzückung“ führen, sondern auch kleine, regelmäßige Dosen eine Gesundheit-erhaltende Wirkung haben.
Also sprach der Heilige Pilz: nehmt jeden Tag ein kleines supersubstantielles Stückchen von mir!

Schauen wir uns den gesamten Text an. Es fängt an mit:
Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name;
(Pater noster, qui es in caelis: sanctificetur nomen tuum)

Ist es schon einmal aufgefallen, dass der Name gar nicht genannt wird. WIE ist der Name des „Vaters im Himmel“? Ist es der alte JHW? Interessant ist die „Verehrung des Namens“ ohne aber den Namen zu nennen. Wie soll ich etwas heiligen, was ich gar nicht kenne?
Man kann also davon ausgehen, dass Allegro recht hat und die zu heiligenden Namen IM Gebetstext verschlüsselt (im Wortspiel) vorkommen.
Es ist zudem eine Bitte an die Menschen, nicht an Gott, denn es steht nicht da: „Heilige Du selber Deinen uns unbekannten Namen“, sondern offensichtlich meint das „werde“ ein allgemeines „Heiligen“ durch die Menschheit.
Wenn wir Gott = Pilz sehen, so sagt er erste Satz das, was ich auch sage:
Es geht um den Heiligen Pilz! Die Menschen sollen ihn als heilend, heilig, besonders, als ihren „Vatergott“ begreifen.

Weiter geht es mit:
Zu uns komme Dein Reich
(Adveniat regnum tuum)
Das „Reich“ macht das Ganze weltlich und politisch, aber „regnum tuum“ ist „deine Regierung“, „deinem Einfluss“. Der Zustand des „Bepilzt seins“ kann als „stehen unter der Macht des Pilzes“ gesehen werden.
Dieser Satz ist der Wunsch nach dem religiösen „Pilztrip“.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden!
(Fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra.)
Dies ist ein „sich gehen lassen“.
Man braucht doch Gott nicht zu sagen: „Dein Wille geschehe“! Man sagt soetwas normal nur zu einem „nirdigeren“, dess Willen man geschehen lassen kann. Es ist völlig klar daß Gott seinen Willen geschehen lässt, das muss der Betende doch nicht betonen. Man tut so als stünde dort: „Dein Willen geschieht ja sowieso…“ Dein Wille geschehe aber ist wieder eine Bitte des Bepilzten an SICH SELBER: sich gehen lassen, sich gegen die Pilzwirkung und das, was einem gezeigt werden soll, NICHT wehren. „Pilz mach mit mir, zeige mir, was Du für richtig hälst! Führe mich, wohin Du mich führen willst, ich lasse mich von Dir leiten.“
Und zwar OB es für mich ein „himmlischer Trip“ wird oder ein „irdischer“, ist egal, ich lasse mich immer auf die Pilzwirkung ein.

Nun kommt eine Änderung der „Bitten“, wie auch die normalen Theologen begreifen.
Unser täglich Brot gib uns heute
siehe oben – lass uns Mikrodosieren!

und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern
(Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris)
Dies ist eine ziemlich heftig direkte Aufforderung an Gott: „Los, erlass mir meine Schuld, schließlich tue ich es auch!“ Würde man so etwas einem König sagen? Seiner Bank?

Meiner Meinung nach wird hier ein wesentlicher Aspekt des Pilzzustandes beschrieben, der der Einsicht und Empathie. Der „Pilzrausch“ ist ein Zustand, indem Zusammenhänge, Verantwortung und Mitgefühl stark gefördert werden, weswegen ja auch die Heilung von Schwerverbrechern (Studien aus den 1960er Jahren) erfolgreich war.
Ich erkenne meine Verantwortung und die Ursache-Folge-Wirkungen und erkenne, dass der Pilz mir meine Verantwortung zeigt – und gleichzeitig erlässt, weil ich feststelle, dass meine Verantwortung eingebettet ist in den Lauf des Schicksals.
Es erinnert an: „Ich bin bereits der Kraft gegeben, die mein Schicksal regiert“. Indem ich Zusammenhänge erkenne, erkenne ich Verantwortung – aber lehne SCHULD ab.

Die Ur-Christen mit Erbsünde/Erbschuld zu verbinden ist genau falsch.

und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.
(Et ne nos inducas in tentationem, sed libera nos a malo.)
Laut Allegro sind das Wortspiele auf den Pilznamen, es könnte auch ein zweiter Hinweis auf die Mikrodosieriung sein, die „Versuchung“ als Abweichung von der täglichen Einnahme, welche zur Überwindung „des Schlechten in einem Selber“ dient.
„Nicht in Versuchung“ bedeutet „vertrauensvoll den vorgegebenen Weg entlang“.
Vielleicht ist die Versuchung gemeint, die ein Mensch hat, wenn er die Mikrodosierung für einen Monat vor sich liegen hat und sich fragt: „soll ich mich überdosieren?“
Nein, dafür gibt es die sonntägliche Messe, bei dem täglichen Gebrauch, der einem vom „Unwohlsein“, dem „Schlechtfühlen“ befreien soll, geht es um die regelmässige kleine Menge, die einem hilft, sich vom „Schlechtfühlen“ zu befreien.

3 Gedanken zu „Der Mikrogebrauch in der Bibel“

  1. Falls noch nicht bekannt:
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    von Christian Rätsch
    Ethnologe und Ethnopharmakologe, Referent und Autor. Er erforscht weltweit schamanische Kulturen und deren Gebrauch psychoaktiver Pflanzen. Autor zahlreicher Bücher.
    http://www.christian-raetsch.de

    Es ist eines der wenigen Bücher, die ich nicht weiterverkaufe, es sei denn, ich steige um auf die zweite Auflage. Die erste ist von 1998.

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